LR Markus Meier - Corona - vorher und nachher

Das Coronavirus hat den ganzen Globusfest im Griff und bestimmt auch unseren Alltag. Was vor wenigen Wochen für uns kaum vorstellbar war, ist harte Realität. Aus der Epidemie in einer chinesischen Provinz ist in rasantem Tempo eine Pandemie geworden. Der Bundesrat hat die Situation gemäss Epidemiengesetz als «ausserordentliche Lage» eingestuft. Landesweit gelten auch bei uns einschneidende Massnahmen. Einige Kantone haben zusätzliche notrechtliche Massnahmen verfügt. Halten wir uns daran!

Verrückt, wie sich Gesellschaft und Wirtschaft innert weniger Wochen verändert haben. Von uns wird Abstand gefordert, zumindest räumlich. Ein Sprachgenie hat das «social distancing» getauft. Mir ist aber schleierhaft, warum von uns «soziale Distanzierung» statt räumlicher Abstand gefordert wird. Gerade jetzt ist doch das «Soziale» gefordert, nämlich Solidarität und gegenseitige Unterstützung.

Wir erleben, wie rasch Menschen auf Egoismus umschalten. Lebensmittelregale werden leergekauft, WC-Papier wird palettenweise gehamstert. Und ich habe gemeint, man soll die Hände häufig waschen… Schockierend ist das Verhalten ganzer Länder, die über Nacht von der lautstark gepriesenen Gemeinschaft auf Nationalismus umschwenken. Beschlagnahmungen und Exportsperren von Medizinal- und Schutzprodukten lassen grüssen. Auf verschiedenen Ebenen werden jetzt massive finanzielle Unterstützungspakete geschnürt. Diese sind nötig: rasch und im richtigen Mass am richtigen Ort. Aber auch in «Corona-Zeiten» ist nichts gratis – «There’s no free lunch», wie der Amerikaner zu sagen pflegt. Es ist klar, dass Staatsgelder vom Volk bezahlte Steuerfranken sind. Die Rechnung an uns wird folgen.

Vor allem aber müssen die für unsere Demokratie unverzichtbaren Parlamente wieder tagen. National- und Ständerat, Gross- und Landräte, Einwohnerräte, Gemeindeversammlungen, ja sogar Volksabstimmungen – alles wurde in eine Art «politische Quarantäne» geschickt. Aktuell diktieren allein Behörden und Bürokraten. Nichts gegen einen zentralen Krisenstab und eine einheitliche Führung im Notfall. Nach dem Alarmstart müssen jetzt aber die Parlamente mit eingebunden werden. Dem entspricht die Traktandenliste der Landratskurzsitzung von nächster Woche aber nur wenig: Anlobung Ombudsman, Richterwahlen, Schulhaussanierung, Pilotversuch mit Elektrobussen, Neobiota-Strategie, 12 Einbürgerungen und das Corona-Hilfspaket des Kantons. Krisengeschäfte sähen anders aus.

Es gab eine Zeit vor Corona und es gibt die Zeit danach. Sicher wird dann vieles nicht mehr so werden, wie es vorher war. Auch die Schweiz muss ein «Debriefing» machen. Wahrscheinlich stellt man dann fest, dass Themen wie zum Beispiel Unabhängigkeit und Eigenversorgung sowie genügend ausgestattete Pflichtlager, Milizarmee und Zivilschutz nicht von gestern sind – sondern eher für morgen.

Passen Sie in dieser speziellen Zeit besonders gut auf sich und Ihre Lieben auf. Bleiben Sie gesund! Und helfen Sie anderen. Auch unseren KMU mit ihren Lehrstellen und Arbeitsplätzen, indem Sie regional einkaufen – Telefone und Webshops sind in Betrieb!

Landrat Markus Meier