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«Von nichts kommt nichts.» Diese Worte stammen vom römischen Epiker Ovid (43 v. Chr. bis 17 n. Chr.). Seine Feststellung trifft heute noch voll ins Schwarze. Auch dann, wenn wir uns auf die Suche nach der Grundlage unseres Wohlfahrtsstaates begeben. «It’s the economy, stupid!» Das wäre hier die spontane Antwort von James Carville, dem Wahlstrategen des US-Präsidenten Bill Clinton in den Neunzigerjahren, der diesen Spruch prägte. Und es ist tatsächlich so: Eine starke Wirtschaft ist für einen Wohlfahrtsstaat unabdingbare Voraussetzung.

Gemäss einer Auswertung der «Maddison Project Database», die das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sämtlicher Länder von der Antike bis zur Gegenwart aufzeigt, begann die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte unseres Landes vor rund 150 Jahren. Prägende Elemente für den wirtschaftlichen Erfolg waren und sind neben weiteren Standortfaktoren unsere Zuverlässigkeit dank sozialer, politischer und wirtschaftlicher Stabilität. Das ist die Basis für unseren heute stark ausgebauten sozialen Wohlfahrtsstaat. Wie steht es um diese Stabilität? Bevormundungen und «Verbotitis» scheinen immer mehr Hochkonjunktur zu haben. Was und wie viel davon dürfen wir essen und trinken? Rauchen geht schon bald gar nicht mehr. Womit haben wir unsere Wohnung zu heizen? Wie haben wir uns fortzubewegen? Was darf wem noch als Eigentum gehören, was muss «zwangs-geteilt» werden? Was wird gar enteignet? Unter welchen «Lex-Helvetia-Auflagen» haben unsere Wirtschaft und Landwirtschaft zu produzieren? Was darf noch importiert werden? Und wie selbstverständlich sind alle Forderungen stets an Geld gekoppelt. Gebühren, Bussen und Lenkungsabgaben feiern Urständ.

Die einen, unter ihnen Autofahrer, Wohneigentümer und auch die Wirtschaft, sollen bezahlen, andere sollen bekommen. So soll der öffentliche Verkehr – der schon heute rund zur Hälfte subventioniert ist – für alle gänzlich kostenfrei werden, Projekte für den Ausbau sozialstaatlicher Leistungen wie bezahlter Elternurlaub, Kindertagesstätten für Parlamentarierkinder oder auch Krankenkassen-Prämienverbilligungen, und anderseits Strafsteuern für höhere Einkommen und Kapitalinvestitionen scheinen in Serie produziert zu werden. Dass dieser Tage ein politischer Vorstoss einer staatlichen «Sprachpolizei» zum Opfer gefallen ist, weil er nicht gendernormkonform verfasst war, rundet das alarmierende Bild ab. Willkommen im Vollkasko- und Nachtwächterstaat!

Wie steht es unter diesem Blickwinkel um die eingangs erwähnte Stabilität? Was kann man als Einzelner tun? Viel! Nämlich von einem schweizerischen Privileg Gebrauch machen, von dem der Rest der Welt nur träumen kann. Am 20. Oktober wählen wir unsere Volksvertreter nach Bundesbern. So wie wir uns an jenem Wochenende betten, so liegen wir die nächsten vier Jahre. Überlegen Sie, wie Sie sich die Zukunft vorstellen und schreiben Sie jene Persönlichkeiten auf die Wahlzettel, die sich Ihrer Meinung nach für diese Werte einsetzen. Und vor allem: Geben Sie Ihre Wahlzettel (rechtzeitig) ab!