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«Gift auf unseren Tellern?» So pries uns das Schweizer Fernsehen am 21. Juni die grosse Pestizid-Debatte in der Sendung «Arena» an. Mittendrin auch unsere Nationalrätin und Ständeratskandidatin Maya Graf, selbst ernannte Biobäuerin und Berufsbaselbieterin. An ihrer Seite Tiana A. Moser (glp), welche die Schweizer Landwirtschaft am liebsten abschaffen möchte. Thema waren Trinkwasser und die Pestizid-Initiative.

Wir Landwirte sind es uns mittlerweile leider gewohnt, dass Leute, die keine Ahnung von der Herstellung hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte haben, uns vorschreiben, wie und was wir zu tun und zu lassen haben. Dass Frau Moser unseren Berufsstand beleidigte, indem sie uns vorwarf, mit den Direktzahlungsgeldern unser Trinkwasser und unsere Böden zu vergiften, ist das eine. Das weitaus Schlimmere war aber das Verhalten von Nationalrätin Maya Graf. Hat sie vergessen, woher sie kommt? Hat sie vergessen, wie viele Personen gerade im Baselbiet vom Obst- und Weinbau leben und wie viel Geld diese in den letzten Jahren in Land und Stall investiert haben? Hat sie vergessen, dass wir Bauern, egal ob biologisch oder konventionell, stolz sind auf unsere Produkte, die wir produzieren?

Scheinbar haben die fast 20 Jahre, die Maya Graf uns nun in Bern vertritt, Spuren hinterlassen, leider nicht zum Wohle der Einwohner in unserem Kanton. Maya Graf spielte in der ganzen Sendung nur eine Nebenrolle, da ihre Argumentationen schwach und ohne Hintergrundwissen vorgetragen wurden. Gerade von einer Bäuerin – als solche wurde sie auch in der Sendung vorgestellt – hätte ich mehr Fachwissen erwartet, um die frechen und beleidigenden Anschuldigungen von Frau Moser zu unterbinden und unseren Berufsstand zu verteidigen. Gerade im biologischen Landbau spielt der Pflanzenschutz eine noch fast grössere Rolle als beim konventionellen Landbau. Dort können die Pflanzen hauptsächlich nur präventiv behandelt werden, was in erster Linie mit Kupfer, einem Schwermetall, passiert, welches sich in unseren Böden ablagert. Die Anforderungen der Konsumenten sind sehr hoch, davon sind auch die Bio-Konsumenten nicht ausgenommen. Auch sie möchten die perfekte Kirsche.

Dies zu erreichen braucht, gerade im Bio-Landbau, Pflanzenschutz von sehr hoher Intensität, sei es mechanisch oder eben mit zugelassenen biologischen Pflanzenschutzmitteln. Dies wurde jedoch in der Fernsehsendung von Nationalrätin Graf mit keinem Wort erwähnt. Durch ihren ideologisch geprägten Auftritt hat Maya Graf nicht nur die Zukunft vieler Landwirtschaftsbetriebe im Baselbiet, sondern in der ganzen Schweiz gefährdet.

Darüber hinaus wird beim Verschwinden von Landwirtschaftsbetrieben auch das Gewerbe betroffen sein, da Investitionen in Gebäude und Maschinen ausbleiben werden. Anscheinend hat sich Frau Graf auch darüber keine Gedanken gemacht und es ist schwer vorstellbar, dass sie sich diese Gedanken als Ständerätin machen wird. Wenn Ideologien wichtiger sind als der Wohlstand des Landes, so muss nun auch dem letzten Bauern und Gewerbetreibenden und allen Sympathisanten der beiden Berufsstände klar sein, wem man seine Stimme im Herbst geben kann.