In der Schweiz leben 8,5 Millionen Einwohner. 2045 sollen es 10 Millionen sein. Gewaltige Zahlen, nicht ohne Wirkung. Diese Menschen brauchen Platz, Nahrung, Arbeit und Einkommen, Verkehrswege – und ein Dach über dem Kopf. Denn wie habe ich doch anlässlich einer politischen Diskussion gehört: «Man kann nicht nicht wohnen.»

Und was machen wir mit Blick auf diese Entwicklung?

Erstens: Wir prognostizieren. Aber eben: «Prognosen sind äusserst schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.». Der Autor dieses Zitats lässt sich nicht genau eruieren. Wer es auch gewesen sein mag – eines wissen wir aus eigener Erfahrung: Die Feststellung stimmt! Weil wir es aber immer genauer als genau nehmen wollen, wird bei uns messerscharf prognostiziert – zum Beispiel in kantonalen Richtplänen (Krip) mit Blick ins Jahr 2035. Der eingereichte, aktualisierte Baselbieter Krip führt Bundesbern gemäss einem kürzlich publizierten Zeitungsbericht zu folgender Feststellung: «43 Prozent der unüberbauten Bauzonen lägen im ländlichen Siedlungsraum. 19 Prozent entlang der ländlichen Siedlungsachsen. Damit werde theoretisch Raum für 15 776 Zuzüger geschaffen, obwohl gemäss dem Baselbieter Raumkonzept ein Zuwachs von nur 12 177 Zuzügern erwartet werde.»

Rechnen wir: Es hat Raum für 15 776 Personen, erwartet werden bis 2035 deren 12 177. Nach Adam Riese 3 599 zu wenig. Bei einer Kantonsbevölkerung von 289 352 entspricht das über einen Zeitraum von 16 Jahren einer jährlichen Abweichung von nicht ganz 0,08 Prozent. Wegen der zweiten Stelle nach dem Komma soll nun rückgezont werden.

Zweitens: Wir planen. Gemäss Raumplanungsgesetz werden Bauzonen definiert und ausgeschieden. Laut dem 2014 nach einer zustimmenden Volksabstimmung geänderten Raumplanungsgesetz soll die Zersiedelung verhindert werden. Zu fördern ist deshalb die Verdichtung nach innen, allenfalls unter Enteignung von privaten Landreserven. Das bedeutet im Klartext weniger Freiflächen in den Dörfern, näher zusammenrücken und in die Höhe bauen. Und das bedeutet gleichsam auch alte Gebäude umnutzen, ausbauen, gegebenenfalls abreissen und in anderer Form neu aufbauen. Erinnern wir uns an aktuelle Zeitungsberichte. Der auf Lausner Boden liegende Teil der Cheddite Überbauung ist nach Abriss der alten Gebäude im Bau. Der auf Liestaler Boden liegende Teil ist blockiert. Der Heimatschutz wehrt sich für die alten Gebäude als schutzwürdiges Denkmal. Das Gericht hat die Arbeiten im Liestaler Teil gestoppt. Szenenwechsel nach Tenniken. Dort kämpfen Anwohner gegen die geplante Überbauung eines seit Jahren in der Bauzone liegenden Geländes im Eigentum der Stiftung Kirchengut.

Die Bevölkerung wächst konstant. Das bedeutet mehr Bedarf an Wohnraum. Das Stimmvolk hat Verdichtung nach innen beschlossen. Das heisst, vorhandene Zonen bebauen, alte Bausubstanz erneuern sowie bestehende Gebäude erneuern und diese besser nutzen. Hinderliche Vorschriften müssen beseitigt werden. Wer all das nicht will, muss sich zwingend mit der Zuwanderung auseinandersetzen.