Die Anforderungen der Bevölkerung an den Wald steigen und der Klimawandel ist eine grosse Herausforderung für den Wald – ein Aufruf zu einem weiterhin aktiven Gestalten des Kulturguts «Wald».

Der Wald bedeckt im Kanton Basel-Landschaft eine Fläche von 20 700 Hektaren, was rund 40 Prozent der Kantonsfläche entspricht. Bis in die 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts konnte ein Waldeigentümer mit dem Holzerlös alle anderen Leistungen abdecken und am Ende des Jahres blieb noch Geld für seine eigene Kasse. Heute ist es für den Waldeigentümer eine grosse Herausforderung, einen Holzschlag kostendeckend durchzuführen, geschweige denn nach dem Holzschlag die Forststrasse wieder instand zu setzen.

In der Bevölkerung geniesst der Wald einen sehr hohen Stellenwert und wird vorwiegend mit positiven Gefühlen und Gedanken in Verbindung gebracht. Die Bevölkerung geht auf den Waldstrassen gerne spazieren, biken, reiten und Velo fahren oder feiert einen Geburtstag in der lauschigen Waldhütte. Sie freut sich an grossen Bäumen und stört sich bei einem Holzschlag an den grossen Maschinen und den starken Eingriffen. Sterben Eschen wegen eines eingeschleppten Pilzes, so ist allen klar, dass dies schlecht ist, und man erwartet, dass die abgestorbenen Eschen entfernt werden, bevor sie quer über die Strasse fallen und Spaziergänger oder Biker gefährden.

Nur wer soll sich dieser Aufgaben annehmen und mit welchem Geld? Die Forstbetriebe sind lokal gut verankert und prädestiniert, die anstehenden Aufgaben anzupacken. Solange jedoch die Waldarbeit gefährlich ist und unterdurchschnittlich abgegolten wird, wandern diese Fachleute weiterhin oft und gerne in andere Bereiche ab.

Unser Wald ist ein Lebensraum, der seit Jahrhunderten vom Menschen und seinen Bedürfnissen geprägt ist und das heutige Waldbild ist genau ein Abbild davon. Heute steht im Wald so viel Holz, wie wohl seit 2000 Jahren nicht mehr. Und just in diesem Moment setzt nun auch der Klimawandel ein. Er führt dazu, dass sich unser Klima innerhalb von 100 Jahren (also einer halben Baumgeneration) rasant verändert. So rasant, dass eine Eiche aus Allschwil in 100 Jahren auch 700 Höhenmeter weiter oben (zum Beispiel auf dem Passwang) auf ideale Wachstumsbedingungen stösst. Ob die Eiche mit ihrer schweren Frucht diese Reise auch ohne menschliches Zutun schafft, ist zu bezweifeln.

Die Anforderungen an den Wald, sei es durch Klimawandel, durch Erholungssuchende oder durch eingeschleppte Krankheiten, waren noch nie so hoch wie heute. Und trotzdem spart der Kanton Basel-Landschaft auch beim Wald (300 000 Franken, sprich 10 Prozent des Waldbudgets – 2018). Auch die Gemeinden fühlen sich meist nicht zuständig für den Wald. Waldbesitzer, als unterstes Glied in dieser Kette, sind damit heute auf sich alleine gestellt, obwohl nicht sie diese Anforderungen an den Wald stellen.

Dass dies nicht nachhaltig ist, liegt auf der Hand. Die Untätigkeit wird die Gesellschaft längerfristig viel Geld kosten. Vielmehr Geld als eine weiterhin aktive Waldbewirtschaftung zur Erfüllung der gemeinwirtschaftlichen Ansprüche der vielen Waldnutzer.