«Achte Jedermanns Vaterland – aber liebe das Deinige!» Dieser Spruch ist der goldene Schlüssel sowohl zur Heimatliebe als auch zur Völker-Verständigung. Wir Schweizerinnen und Schweizer haben allen Grund, auf unsere älteste Demokratie der Welt stolz zu sein:

Unsere Bergwelt und unsere Seen werden von Millionen von Touristen als Naturparadies bewundert. Unsere Gelehrten und Künstler, unsere Forscher und Fachleute, unsere Turn- und Schützenvereine, unsere Volksmusik und unsere Sportler brauchen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Unsere Hilfswerke und das ja von einem Schweizer gegründete Rote Kreuz betreuen Bedürftige auf der ganzen Erde. Wir sind ein kleines, aber friedliebendes Land und haben seit 1815 nie mehr Krieg gegen einen anderen Staat geführt. Unsere Vermittlungsdienste – wo immer es Auseinandersetzungen gibt – sind gefragt und beliebt. In Sachen Umweltschutz gehören wir zu den besten Nationen. Gemessen an unserer Einwohnerzahl beherbergen wir wohl weltweit am meisten Flüchtlinge. Wir haben pflichtgetreue Beamte, unsere Polizisten sind unbestechlich, unsere Spitäler und Kliniken halten jedem Vergleich mit dem Ausland stand. Auch unsere Universitäten und Schulen rangieren auf den Spitzenplätzen. Unsere Banken werden als sicher und seriös gerühmt. Unsere politischen Institutionen werden allenthalben bewundert und beneidet.

Nirgends auf der ganzen Welt, weder in Deutschland, noch in Frankreich oder Amerika, sind die demokratischen Rechte so gut ausgebaut wie in der Schweiz. Mit Volksabstimmungen auf kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene, mit Initiativ- und Referendums-Rechten hat die freie Bürgerin und der freie Bürger bei uns mehr zu sagen als in jedem anderen Staat. Wir können mitbestimmen, wie unsere Gegenwart und unsere Zukunft aussehen sollen . Während man bei unseren Nachbarn nur alle vier Jahre einmal Parlamentsvertreter wählen kann, werden wir sehr oft bei Volksabstimmungen gefragt, was wir wollen oder nicht wollen. Immer wieder hört man jenseits unserer Grenzen den Ruf «Gebt uns ein bisschen Schweiz!». All das darf und soll vor unserem Nationalfeiertag wieder einmal gesagt und geschrieben sein. Gewiss – vieles ist verbesserungsfähig und wir haben gute Gründe, allenthalben Reformen anzustreben. Doch haben wir auch viel erreicht und dürfen eigentlich zufrieden sein. Aber wir wollen frei bleiben, wie es unsere Väter und Mütter waren. Darum halten wir unserer Heimat die Treue.

Und wie stehen Sie, liebe Leserin und lieber Leser, zur Schweiz? Hand aufs Herz – diese Frage müssen Sie sich an unserem Nationalfeiertag gefallen lassen. Es geht ja am 1. August nicht nur um Wurst, Brot, Bier und Lampions, sondern auch um Ihre ganz persönliche Stellungnahme, Ihr Bekenntnis zu unserer Eidgenossenschaft.

Schon bei unserem klaren Entscheid für einen selbstständigen Kanton Baselland haben wir geschworen: «Freiheit ist über Silber und Gold!». Das gilt auch noch am 1. August 2018. Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen, patriotischen Nationalfeiertag.