Wenslingen: Hunderte strömten ans Baselbieter Freiheitsfest der SVP Gelterkinden und Umgebung auf dem Leimenhof um für die Selbständigkeit des Kantons zu werben.



Bereits früh waren die Helfer auf den Beinen, um die lindengrünen Papiertischtücher, welche Wind und Regen in der Nacht nicht überstanden hatten, durch rot-weisse Plastiküberzüge zu ersetzen. Als die Gäste eintrafen, war alles bereit und der Festplatz einladend mit Sonnenblumen geschmückt.

Nationalrätin Daniela Schneeberber eröffnete das Programm und enthüllte unter der Freiheitslinde eine Tafel mit der Inschrift „Freiheit ist über Silber und Gold“. Sie rief die Symbolik des Freiheitsbaums in Erinnerung und wie unsere Vorfahren die Unterdrückung durch die Stadt überwunden hatten. Diese Errungenschaft dürfe nicht rückgängig gemacht werden, forderte die Nationalrätin.

Als der Andrang aufs Mittags-Buffet nachliess, trat Hans A. Jenny, der Gründungspräsident des Komitees Pro-Baselbiet, ans Rednerpult. In einer launigen und unterhaltsamen Rede rechnete er den Zuhörern vor, dass der Verfassungsrat den Steuerzahler in den nächsten zehn Jahren mindestens 2,6 Millionen Franken pro Jahr kosten würde. Da keine zeitliche Begrenzung festgelegt sei, könne es gut auch noch länger dauern – die lukrativen Sitzungsgelder böten den Gesetzesfabrikanten jedenfalls Anreiz, lange über die neuen Gesetze zu reden. Er fürchte sich zudem vor einer Entwicklung, wie sie Basel-Stadt kenne, notabene der Kanton mit den zweithöchsten Verwaltungskosten in der Schweiz und einer der höchsten Sozialhilfequoten. Beide seien doppelt so hoch wie im Baselbiet und man müsse mit einer „Fusionssteuer“ rechnen.

Regierungsrat Weber vermied in seiner Rede plakative Ausdrücke, liess aber trotzdem keinen Zweifel an seiner Haltung aufkommen. Er meinte, dass alle zwar Freiheit wollten, sich dabei aber oft nicht bewusst seien, was es braucht, sie zu erhalten. Viele hätten mehr Vertrauen in anonyme Eliten in Bern oder sogar Brüssel als in die eigenen Fähigkeiten und seien darum kaum mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Für ihn sei vor allem die Frage entscheidend, ob es uns nach einer Fusion besser – noch besser – gehen würde. Er sieht den Kanton Baselland mit einer florierenden Wirtschaft, mit guter Infrastruktur und niedriger Arbeitslosigkeit.

Der Anlass wurde mit Vorträgen vom Jodlerklub Farnsburg bereichert. Seien Teil zum Erfolg trug auch Florian Schneider bei mit Liedern, darunter natürlich auch mit seinem Rotstab-Lied.

Für das leibliche wohl war ausreichend gesorgt, und auch Petrus meinte es sehr gut mit den Besuchern: es blieb den ganzen Tag trocken und war weder zu warm noch zu kalt. Alle waren sich einig, dass der Tag auf dem Leimenhof erlebnisreich war und in bester Erinnerung bleiben würde.